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Macht uns Facebook unvorsichtig?

Im Jahre 2006 öffnete sich Facebook für die ganze Welt. Nicht nur Harvard Studenten oder andere Studenten aus aller Welt hatte nun zugriff auf die neue Plattform, nein jeder x-beliebige Benutzer konnte sich anmelden. Heute wir geschätzt das Facebook rund 812’059’420 Mitglieder hat (Quelle: AllFacebook.de). Während Facebook an Benutzer gewann, gewann das Unternehmen auch die Aufmerksamkeit der Datenschutzbehörde, welche nicht mit der Sicherheit der Daten der Benutzer zufrieden war.

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An diesem Punkt möchte ich (A.d.R: der Gastautor, siehe unten) anmerken: auch andere online Plattformen hatten oder haben die Daten der Benutzer nicht sorgfältig behandelt und sind folglich nicht besser wie Facebook. Ich benutze hier Facebook als Paradebeispiel wegen deren Bekanntheit und ihrer hohen Benutzerzahlen, wo ein Sicherheitsleck mehr schaden anrichten könnte – und im Ernstfall auch würde – als bei einen StudiVZ, SchülerVZ, MySpcae und vielen anderen.

Nun kommen wir aber zu meiner Titelfrage:

Werden wir durch Facebook unvorsichtiger im Internet?

In den Medien bekommt man immer wieder mit, wie sogenannte Facebook Partys stattfinden, bei denen gute 4’000 Menschen auftauchen, obwohl dies nur eine Einladung für eine Party mit 20 Personen war.

Ich nehme mir einmal im Jahr die Zeit, in Schulklassen vorbei zu gehen und die Schüler einer Berufswahlklasse darüber zu Informieren, was es bedeutet, seine Daten auf Facebook zu veröffentlichen. Meine Vorbereitung läuft so ab, dass ich mir die Facebook Profile der Schüler und Schülerinnen anschaue (ohne mit dieser Person befreundet zu sein) und diese direkt vor der ganzen Klasse damit zu konfrontiere. Einige Schüler fragen mich danach zwar ob dies nicht Datenschutz sei, wenn ich Fotos von Partys oder der Familie in der Klasse herumzeige. Meine Antwort wird mir dann gerne aus dem Mund gegriffen von einem eifrigen Schüler welcher selber bemerkt das es alles öffentlich wenn sie es nicht Schützen.

Warum passiert so was? Einige Schüler sagen mir, sie seien zu eifrig und würden nicht alles genau durchlesen. Andere behaupten, es sei ihnen zu kompliziert dargestellt, wobei sie die richtigen Schutzeinstellungen nicht finden würden. Nachdem ich mein Handout verteilt habe und sie sehen können wie sie sich schützen können passiert dies 3-4 Tage später auch.

privacy

Was ist nun das Fazit? Ich glaube wir Menschen gehen zu einem Teil nicht unsicher mit unseren Daten um. Ein Teil der Menschheit ist über-sicher und total vorsichtig, was dazu führt, dass ihr online Profil komplett geschlossen ist. Der anderen Sorte Menschen ist es egal, was im Internet über sie steht. Diesem Teil ist einfach noch nicht bewusst, was mit seinen Daten passiert, wer diese Daten auslesen und was er damit anfangen kann. Dieser Mensch ist der, welcher sich wundert, warum er täglich am Abend Anrufe von Leuten kommen, die ihm etwas verkaufen wollen. Dieser Mensch ist auch der Typ, der überrascht ist, weshalb er mit seinen Top-Leistungen nicht befördert wird oder bei seiner neuen Bewerbung nicht angestellt wird.

Das Problem bei online Portalen wie Facebook ist einfach und simple. Sie sind nicht Dummy-geeignet. Wie im Beispiel oben bei meinen Schülern. Wer kein Geek ist und sich aktiv dafür interessiert, wird nie erfahren, dass Facebook die Datenschutzmassnahmen wieder einmal ändert, das Facebook in nächster Zeit die Timeline aufschaltet, welche neue Probleme birgt. Die Benutzer erfahren dies zu wenig, weshalb es ihnen „egal“ ist, was mit ihren Daten passiert. Wenn er dann doch versucht seine Einstellungen zu ändern, muss er teilweise einen Fremdwort-Crashkurs nehmen um zu verstehen was er eigentlich mit dieser Option ändern will oder kann.

Der Mensch wird nicht unvorsichtiger durch Facebook – Er kommt mit dem Trend einfach nicht mit und kann nicht verstehen, was das alles bedeutet.

Wie seht ihr das? Wie handhabt ihr eure Privatsphäre auf Facebook? Braucht ihr Tipps? Oder habt ihr welche? Ab damit in die Kommentare!

Gastblogger Kevin Kyburz schreibt als @swissky und auf seinem Blog Swiss-Kyburz.ch über alles und nichts, von Politik bis zu TV-Serien, von Facebook bis zum Flugverkehr. Heute ist er als zweiter Gastautor auf ahnungslos.ch aktiv.
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