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Moment mal – das ist ja gar nicht ahnungslos.ch

Korrekt. Ihr habt schon alles richtig gemacht, ihr habt euch nicht vertippt und auch nicht die falsche URL eingetippt. ahnungslos.ch gibt es nicht mehr.

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Was ist passiert? Habe ich aus Versehen alles gelöscht? Oder wurde ich gar gehackt? Leider gibt es keine spektakuläre Erklärung. Ich hatte schlicht und einfach keine Lust mehr, ahnungslos.ch zu betreiben. In den frühen Anfängen (2007) war die Webseite eine von unzähligen Versionen meines persönlichen Online-Gebastels (als Informatiker in der Lehre war das ganz sinnvoll). Als es mir immer mehr Spass gemacht hat, Texte zu schreiben, wurden solche irgendwann auf der Bastelseite veröffentlicht. Das hat so ganz gut funktioniert und zog über die Jahre sogar eine kleine aber feine Leserschaft an. Mit der Zeit begann ich, immer mehr externe Inhalte wie Videos und gefundene Bilder einzubinden. Aus der Spielwiese mit Texten wurde ein richtiger Tummelplatz an allen möglichen Inhalten. Und mit immer mehr Besuchern kam auch der Spass daran, öfters etwas zu veröffentlichen. Je länger das so ging, desto routinierter erstellte ich Inhalte für ahnungslos.ch. Doch dann kam der Zeitpunkt, an dem ich gemerkt habe, dass mir das alles gar nicht mehr so viel Spass macht.

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Und so kam es, dass ich nach 8.5 Jahren und 2.2 Millionen Besuche (Google Analytics lief seit Februar 2007) den Entschluss gefasst habe, ahnungslos.ch zu löschen. Inspirierend war da auch Mirjam, die dies ebenfalls tat, bereits vor ein paar Monaten. Wie sie fand auch ich die ganzen Blogger-Relations-Themen, mit welchen ich häufig konfrontiert wurde, irgendwann zum gähnen oder belächeln. Während beispielsweise die Swisscom mit ihrer #donutrunde auf vorbildliche Art versucht, ein natürliches Gespräch mit Online-Personen aufzubauen, bleiben die meisten anderen Firmen auf der Ebene von „Ich gebe dir etwas oder lade dich ein, erwarte aber, dass du positiv über uns schreibst – das würden wir so aber natürlich nie sagen“. Diese gegenseitige Beweihräucherung ist oft eher scheinheilig und viel zu oft fast unnatürlich – und garantiert nicht so effektiv, wie es sich verkaufen lässt.
Ein Beispiel gefällig? Ich habe bei ahnungslos.ch mit mehreren Seeding-Agenturen zusammengearbeitet. Diese erhalten von einer Firma, z.B. Coca Cola, ein Video, dass sie an Blogger verteilen sollen, um so die Aufmerksamkeit und ultimativ die View-Zahlen zu steigern. Pro Video habe ich jeweils zwischen 50 und 200 Euro erhalten. Ich habe diese Beiträge jedoch bewusst nie gross verbreitet und so kamen jeweils nur ein oder zwei Dutzend Views zusammen. Das war jedoch allen egal, man hatte das Video ja erfolgreich auf einem Blog platziert.

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Deshalb gehört das von vielen gehypte Wort „Influencer“ eigentlich in Anführungszeichen. Der effektive Einfluss ist meistens nichts annährend so gross, wie sich diese Persönlichkeiten und auch die Agenturen und deren Auftraggeber wünschen würden. Dass Blogger, Instagramer, YouTuber und Co. solche Goodies, Einladungen und Zahlungen dankend annehmen, ist nachvollziehbar – einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Doch sollten sich beide Seiten im Klaren sein, dass es hier häufig nur um (verhältnismässig meist teure) Reichweite geht und weniger um messbaren Einfluss.

Zurück zum Ende von ahnungslos.ch. Ich habe es nicht ganz so drastisch gemacht, wie Mirjam, die ihren Blog komplett gelöscht hat. Dies war zwar anfangs die Idee. Ich habe jedoch etwas über 40 (von 670) Artikel gefunden, die ich noch immer mochte und mit denen ich mich weiterhin identifizieren konnte. Aus diesem Grund habe ich ahnungslos.ch zwar gelöscht, diese besseren Artikel (leider hat das mit den Kommentaren so nicht geklappt) jedoch übernommen. Und so ist nebensachen.ch entstanden.

Diese neue Webseite ist kein neues ahnungslos.ch. Es wird keine regelmässigen Updates geben und keine kurzen Video-Posts oder ähnlichen allgemeinen Gugus. nebensachen.ch sind einfach Artikel, die ich geschrieben habe, weil ich die Themen spannend, unterhaltend oder informativ fand und auch weiterhin finde. So macht mir das nämlich viel mehr Spass. Vielen Dank für euren Besucht, eure Treue und euer Verständnis – es geht weiter, nur etwas anders 🙂

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GIF-Quellen: 1, 2, 3, 4

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7 Kommentare

  1. Ich blogger schon seit 2003, seit 2005 relativ regelmässig und finde es extrem spannend wie sich andere Blogs und die Personen dahinter weiter entwickeln. Gerne würde ich auch mich selber über die Jahre gerne beobachten können, wäre sicherlich auch spannend 🙂
    Schöner und nachvollziehbarer Schritt von dir, ich wünsche dir mit nebensachen viel Spass und freude am Schreiben. Ich bin froh, haben wir dich nicht ganz «verloren».
    Gruss Martin

  2. Pingback: Sonntagslinks, Vol, 29 | sprain's

  3. na dann viel spass mit deinem neuen projekt 🙂 ich finds noch spannend wieviele alte blogger ein neustart durchziehen udn ein paar alte beiträge ins neue retten oder was neues ausprobieren. wie ich vor ein paar tagen mal gebloggt habe, sollte man nur bloggen wenn man lust hat – du hast mir das gerade wieder bewiesen 🙂

    • Roger

      @Eric Vielen Dank für die Wünsche! Das sehe ich genau so – als ich gemerkt hatte, dass es mir in der einen Form nicht mehr Spass gemacht habe, habe ich das nun geändert 🙂

  4. Lieber Roger,
    Ich überlege mir das auch schon länger – mal sehen was daraus wird.
    Werde dich auch weiterhin lesen – wie bis anhin. Dein Content war immer sehr erfrischend!

    Alles gute!

    Monah

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